RADIO-LOG Standorte und Fachrichtungen

RADIO-LOG hat mit Beate Kamm von der Bayerischen Krebsgesellschaft Passau und Herrn
Univ. Doz. Dr. med. univ. Stefan Wachter über die kostenlose Experten-Sprechstunde
Mit mehr Wissen gegen Krebs“ und das Projekt „Wenn Mama oder Papa krank ist“ gesprochen.

Frau Kamm, die Arztsprechstunde in der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Passau der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. gibt es bereits seit vielen Jahren.
Welche Initiative steckt dahinter und wie kann man als Interessierter daran teilnehmen?

Beate Kamm:
Die Experten-Arztsprechstunde „Mit mehr Wissen gegen Krebs“ der Psychosozialen Krebsberatungsstelle wurde in 2006 ins Leben gerufen. Fachärzte aus der Region aus den Bereichen Onkologie, Gynäkologie und Radiologie stellen dabei eine Stunde ihrer Zeit zur Verfügung und beraten krebsbetroffenen Menschen und deren Angehörige zu medizinischen Fragen rund um die Diagnose Krebs. Sie können sich für die kostenfreie Sprechstunde einfach bei uns anmelden und der/die jeweilige Facharzt/Fachärztin ist dann persönlich im Einzelgespräch in der Krebsberatungsstelle anwesend oder beantwortet Ihre Fragen am Telefon.

Die Ärzte der Arztsprechstunde kommen aus den verschiedensten medizinischen Fachrichtungen. Welche Bandbreite an Themen können die Experten den Betroffenen beantworten?


Beate Kamm:
Viele Patientinnen und Patienten machen sich Sorgen, ob sie bspw. mit der gewählten Therapie und den damit verbundenen Entscheidungen, die nach einer Krebsdiagnose getroffen werden müssen, auf dem richtigen Weg sind. Mit den FachärztInnen können die Betroffenen ihre Fragen, v.a. rund um die Themen Diagnose, Therapie oder psychoonkologische Problematik besprechen (d.h. seelische Auswirkungen einer Krebserkrankung).

Wie oft findet die Arztsprechstunde statt und welche Angebote gibt es noch?

Beate Kamm:
Alle zwei Monate, d.h. sechs Mal im Jahr (von 18 -19 Uhr) mit sechs verschiedenen FachärztInnen, bieten wir die kostenlose Experten-Sprechstunde an unserer Krebsberatungsstelle am Kleinen Exerzierplatz an. Die Arztsprechstunde ist einer von vielen wichtigen Bestandteilen unseres umfangreichen Beratungsangebotes in Passau.

Ein weiteres Sprechstundenangebot unterstützt speziell Kinder krebskranker Eltern im Projekt „Wenn Mama oder Papa krank ist“, wenn Kinder und Familien durch die Krebserkrankung eines Elternteiles mit Ängsten, seelischen Nöten und existenziellen Bedrohungen konfrontiert werden. Dieses Projekt wird von RADIO-LOG mitfinanziert. Betroffene Familien können sich im Rahmen dessen mit ihren Fragen und Anliegen an eine niedergelassene Kinder-und Jugendpsychotherapeutin wenden, an die wir Beraterinnen nach einem Vorgespräch mit der Familie gerne vermitteln. Sie steht den Eltern und Kindern/Jugendlichen beratend und kompetent zur Seite. Familien können sich außerdem über einen Härtefonds an uns wenden, z.B. für finanzielle Zuwendung bei Notlagen oder für individuell zugeschnittene Freizeitangebote (z.B. Sport, Reiten, Tanzen), um etwas Abstand von ihren Sorgen und Belastungen zu finden.

Herr Dr. Wachter, Sie beantworten seit einigen Jahren als Experte bei der kostenlosen Sprechstunde der Bayrischen Krebsgesellschaft in Passau Fragen zum Thema Krebs für Menschen mit Krebs, deren Angehörige und Interessierte. Zu welchen Themen können Sie Betroffenen Auskunft geben?

Univ. Doz. Dr. med. univ. Stefan Wachter:
Zu den Arten der Krebserkrankungen an sich, sowie zu deren unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten. Im speziellen natürlich, als Facharzt für Strahlentherapie, über die modernen strahlentherapeutischen Therapieformen.

Patienten mit Krebs oder deren Angehörige haben oft Unsicherheiten und Ängste bezüglich der Diagnose und deren Folgen. Wie wichtig schätzen Sie die professionelle Hilfe in Form von Gesprächen für diese Menschen ein?

Univ. Doz. Dr. med. univ. Stefan Wachter:
Man weiß, dass Unsicherheit eine der größten Auslöser für Angst darstellt, daher ist die verständliche Information über die Erkrankung sowie die erforderliche Therapie für die Patienten und deren Angehörige enorm wichtig. Wir wissen auch, dass je besser der Patient die Notwendigkeit der Therapie versteht, desto besser ist auch die Akzeptanz der mit der Therapie verbundenen Einschränkungen.