„Oben mit“: Helm als wichtiger Begleiter

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Kindersicherheitstag am 10. Juni: Kinderarzt Dr. Stefan Weickardt von RADIO-LOG setzt auf Eltern als Vorbild

STRAUBING. Unfälle passieren im Haushalt oder unterwegs. Wegen der Folgen müssen jedes Jahr rund 1,7 Millionen Kinder und Jugendliche einen Arzt aufsuchen. Besonders häufig sind Stürze. Das ist eines der Themen, auf die der bundesweite Kindersicherheitstag aufmerksam macht, der am 10. Juni stattfindet. „Wickeltisch, Treppe und rollende Fortbewegungsmittel – mit dem Alter der Kinder verändern sich die Gefahrenzonen“, weiß Kinderarzt Dr. Stefan Weickardt, der bei RADIO-LOG im Straubinger MVZ Stadtgraben praktiziert. Besonders kritisch steht er den vermeintlichen Lauflernhilfen für die Kleinsten gegenüber: „Fällt ein Kleinkind mit dem Gehfrei die Treppe hinunter, sind schlimme Kopfverletzungen vorprogrammiert.“ Denn die kleinen Laufanfänger sind in dem Rollgestell fixiert und können aufgrund ihres Entwicklungsstandes mit den flinken Bewegungen der gelenkigen Rollen noch nicht umgehen. Die Folge sind Anecken an Wänden und Möbeln – und eben Stürze bei Hindernissen am Boden.

Raum zum Üben geben

Kleine Kletterübungen unter elterlicher Aufsicht befürwortet der Kinderarzt dagegen – zum Beispiel auf einer übersichtlichen einzelnen Stufe. „Die motorische Entwicklung wird durch Ausprobieren und Üben gefördert – aber eben in geschützten Räumen und in kleinen Schritten.“ Die elterliche Begleitung und deren Vorbild hält Stefan Weickardt für eine der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen – besonders dann, wenn die Kinder sich auf rollenden Spielzeugen im öffentlichen Raum bewegen. Aus seiner Sicht beginnt es bereits damit, dass Kinder, die im Fahrradsitz oder im Fahrradanhänger transportiert werden, einen Helm tragen – die effektivste aller Schutzmaßnahmen. „In diesem Alter akzeptieren die Kinder die schützende Kopfbedeckung schnell, besonders wenn Mama und Papa mit gutem Beispiel vorangehen.“ Sind die Kleinen dann selbst mit Laufrad oder Roller mobil, ist der Helm schon selbstverständlich. Der Kinderarzt rät hier dringend zur elterlichen Konsequenz – bis in die Pubertät hinein. „Für manch Jugendlichen mag „oben ohne“ beim Fahren mit Rad, Inlinern oder Skateboard zwar den cooler erscheinen – der Helm bleibt aber auch in diesem Alter das A und O bei der Schutzbekleidung.“ Diskussionen über das Tragen generell rät er Eltern eisern durchzustehen. „Manchmal kann aber ein schickes Helmmodell ein Anreiz sein – oder aber der Rat eines Außenstehenden“, gibt der Kinder- und Jugendarzt den Eltern mit auf den Weg.

Gefahrenquellen erkennen

Aber auch über Stürze hinaus gibt es im Verlauf der Kindheit eine Menge Gefahrenquellen, die Eltern gerade im häuslichen Umfeld regelmäßig kritisch beleuchten und ausräumen, zumindest aber entschärfen sollten. Dazu hat der Verband der Ersatzkassen eine Merkblattreihe mit altersgestaffelten Checklisten entwickelt. Diese „Merkblätter Kinderunfälle“ gibt die Kinderarztpraxis im Straubinger Theresientor allen Eltern bei den Vorsorgeuntersuchungen (U2 bis U9) mit, alternativ gibt es auch die Möglichkeit, diese unter www.radio-log.de als Datei herunterzuladen.

Zur Person:

Dr. Stefan Weickardt ist Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde. Nach seinem Studium der Medizin am Universitätsklinikum in Dresden promovierte er über seltene Gerinnungsstörungen im Kindesalter. Acht Jahre lang hat er in renommierten Kinderkrankenhäusern in Hannover, Hameln und Regensburg gearbeitet – und dort viele Kinder mit Unfallfolgen gesehen. Inzwischen hat sich der 34-Jährige für eine Tätigkeit bei RADIO-LOG im MVZ am Straubinger Theresientor entschieden: „Ich möchte Kinder und ihre Eltern über einen längeren Zeitraum begleiten. Das ist umso reizvoller, weil bei RADIO-LOG in Straubing ein enger Schulterschluss mit den Kollegen anderer Disziplinen möglich ist.“