Strahlentherapie. Ihre Funktion und Wirkungsweise.

RADIO-LOG Strahlentherapie


Eine Behandlungsart bei Tumorerkrankungen


Unser Körper besteht aus vielen Milliarden Zellen, die sich nach bestimmten Regeln fortwährend durch Zellteilung erneuern. Geraten diese Regeln –aus welchen Gründen auch immer– durcheinander, kann es zu einem unkontrollierten Wachstum und damit zu einer Geschwulstbildung kommen. Geschwülste (Tumore) können gutartig oder bösartig (maligne) sein. Die bösartigen werden Krebs genannt, ohne Unterschied, ob sie lebensbedrohlich oder heilbar sind.

Tumore können durch eine Operation, Chemo- oder Hormontherapie (Medikamente) behandelt werden. Die Radio- bzw. Strahlentherapie (mit energiereichen Strahlen) ist schließlich eine weitere Möglichkeit, Tumore zu behandeln. Jede dieser Methoden kann allein oder miteinander kombiniert, je nach Art und Wachstum des Krankheitsprozesses, eingesetzt werden.


Das Prinzip:


Energiereiche Strahlen. Man versteht darunter die Behandlung mit energiereichen Strahlen, z.B. Kobaltstrahlen oder Elektronen- und Photonenstrahlen. Während die Kobaltstrahlen beim radioaktiven Zerfall von Co-60 entstehen, werden die Elektronen- und Photonenstrahlen durch einen Linearbeschleuniger erzeugt. Von der Wirkungsweise her besteht jedoch kein wesentlicher Unterschied.

RADIO-LOG Strahlentherapie Gerät

Strahlentherapie wirkt zielgenau


Die Wirkung und auch die Nebenwirkungen sind auf die Körperregion begrenzt, die bestrahlt wird, d.h. bei einer Bestrahlung des Bauchraumes z.B. können nicht die Haare am Kopf ausgehen. Verschiedene Krankheiten erfordern unterschiedliche Strahlenarten bzw. Strahlentechniken, je nachdem, wo und wie tief der Krankheitsherd im Körper liegt. Je energiereicher die Strahlen sind, desto leichter und schonender für das gesunde Gewebe kann ein Krankheitsherd im Innern des Körpers behandelt werden. Wenn also mit „harter“, d.h. energiereicher Strahlung behandelt wird, bedeutet das nicht, dass die Krankheit besonders schwerwiegend sein muss, sondern dass diese Behandlung besser vertragen wird und trotzdem in der Tiefe des Körpers wirkt.


Strahlentherapie ist nicht schmerzhaft


Das Eindringen der Strahlen ist überhaupt nicht zu spüren. Die Wirkung der Bestrahlung ist zunächst weder zu sehen, zu hören, noch irgendwie zu fühlen, da der Mensch kein Sinnesorgan für energiereiche Strahlung besitzt, genauso wenig wie für Radio- oder Fernsehwellen, die uns ebenfalls tagtäglich durchdringen. Aufgrund der Unsichtbarkeit und Unfühlbarkeit werden Strahlen oft als gefährlich empfunden.
Fragen wie die folgende zu stellen, ist daher durchaus verständlich:
Gehen nach einer Strahlentherapie vom Patienten selbst Strahlen aus, die für andere gefährlich sein können? Nein, bei Bestrahlungen von außen hört die Strahlung mit dem Abschalten des Gerätes auf. Die Strahlentherapie wird mit elektromagnetischen Wellen –ähnlich dem sichtbaren Licht, jedoch energiereicher als dieses– durchgeführt. Ebensowenig wie der menschliche Körper nach dem Ausschalten des Lichts nachleuchtet, strahlt er nach dem Ausschalten der Strahlung nach. (Dies wäre ja auch für das Personal, das jeden Tag dieser Bestrahlung ausgesetzt wäre, auf Dauer gefährlich). Weil die Strahlen zielgenau wirken, werden Markierungen auf der Haut angebracht. Die Bestrahlung muss genau auf den Krankheitsherd gerichtet sein und soll so wenig wie möglich gesundes Gewebe belasten. Dazu werden die Bestrahlungsgebiete genau lokalisiert und auf der Haut markiert. Diese Markierungen dürfen während der gesamten Behandlungsdauer auf keinen Fall weggewischt oder verändert werden.


Wie lange dauert die Behandlung?


Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, muss eine bestimmte Menge an Strahlen (= Strahlendosis) verabreicht werden. Diese Dosis ist nicht für alle Erkrankungen gleich und muss außerdem für jeden Patienten berechnet werden. Eine bestimmte Dosis pro Tag und Woche darf nicht überschritten werden, da sonst die Nebenwirkungen stark zunehmen würden. Viele „kleine Bestrahlungen“ für bessere Verträglichkeit. Meist erfolgt eine Strahlentherapie in vielen einzelnen Bestrahlungen. Die Anzahl der Bestrahlungen hat nichts mit der Schwere der Krankheit zu tun. Die Dosis, die notwendig ist, um Tumorgewebe zu zerstören, wird auf viele kleine Portionen verteilt, damit die Strahlentherapie besser vertragen wird. Gesundes Gewebe kann sich von den einzelnen kleineren Bestrahlungsportionen erholen, Tumorgewebe hat diese Erholungsfähigkeit nicht in diesem Maß. Deshalb ist überhaupt eine Strahlentherapie möglich, denn die Strahlen können nicht zwischen gutartigen und bösartigen Zellen unterscheiden, die Reaktion der Zellen macht die Strahlentherapie erst möglich.