Zur Zukunft der Nuklearmedizin

Nuklearmedizin


Megatrend der diagnostischen und therapeutischen Zukunft ist die Molekulare Bildgebung. Sie wird die Bedeutung und Stellung der Nuklearmedizin massiv verändern und ihre Verfahren und deren Weiterentwicklung in den Mittelpunkt multidisziplinärer und multimodaler Konzepte in der Therapie und Diagnostik von Erkrankungen stellen. Diese Konzepte münden in persönliche, individuelle Diagnose- und Therapiestrategien.

Die Technologien zur Molekularen Bildgebung zielen auf den Nachweis biologischer Prozesse auf molekularer bzw. zellulärer Ebene. Sie bieten damit die Chance, Erkrankungen im Frühstadium zu erkennen, besser zu diagnostizieren und gezielter zu therapieren als derzeitige Verfahren der Medizinischen Bildgebung. Die Molekulare Bildgebung erlaubt damit im lebenden Organismus die direkte Abbildung krankhafter Vorgänge - sehr früh, hochspezifisch und genau lokalisiert.
Sie ist damit eine Schlüsseltechnologie für die Medizintechnik- und Pharmaindustrie.

 
Bei vielen Erkrankungen ist eine frühe Diagnostik entscheidend für die Prävention und den Therapieerfolg. Dabei ist Krankheit ein Prozess, der meistens Jahre vor der Entwicklung von Symptomen molekulare Veränderungen auf Zellebene hinterlässt, lange Zeit bevor die Erkrankung mit der üblichen Bildgebung diagnostizierbar ist. Die Molekulare Bildgebung macht sich diese frühen Veränderungen zunutze. Sie soll den Nachweis solcher Spuren ermöglichen, deutlich vor dem Auftreten eines Infarktes oder eines Tumors.


Spezifische molekularbiologische Fingerabdrücke sind vielen Erkrankungen eigen. Eine ähnlich zukunftsweisende Rolle könnte die Molekulare Bildgebung daher auch bei der Diagnose altersbedingter oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen spielen. Maßgeschneiderte Sonden (Kontrastmittel oder nuklearmedizinische Tracer) spüren die für eine krankhafte Veränderung typischen Moleküle im Körper auf. Mit Hilfe bildgebender Verfahren werden die so markierten molekularen oder zellulären Veränderungen sichtbar gemacht. Das eröffnet die Chance, Erkrankungen frühzeitig zu diagnostizieren und gezielt zu therapieren.


Im Rahmen der Entwicklung der Molekulren Bildgebung sollen für die klinische Diagnostik sowie für die Arzneimittelentwicklung neue Kontrastmittel oder nuklearmedizinische Tracer ,sowie neue bildgebende Medizingeräte und neue leistungsfähige Systeme zur Datenverarbeitung und Bildanalyse realisiert werden.


Die Umsetzung wird jedoch nur durch das intensive Zusammenwirken unterschiedlicher Medizintechnologien (bildgebende Kontrastmittel, bildgebende Medizingeräte und geeignete Softwaresysteme) gelingen können. Die besondere Herausforderung bei der Molekularen Bildgebung besteht in einer engen Kooperation der industriellen Akteure aus den Branchen Biotechnologie, Pharma, Medizintechnik und Software.


Mittelfristig eröffnen diese Technologien völlig neue Produktgenerationen

  • zur besseren Charakterisierung von Krankheiten und ihrer Stadien
  • zur genaueren Diagnose und Therapieplanung
  • für den gezielten intra-operativen Einsatz

Langfristig werden diese Technologien auch einen wesentlichen Beitrag zur Früherkennung von Erkrankungen leisten und damit  die Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung verbessern.